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Erster Neuzugang - Druckversion

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Erster Neuzugang - RWS-Staßfurt - 21.04.2010

Sebastian Retting - Rückraumspieler , wechselt zur kommenden Saison von der HG 85 Köthen zum HV Rot-Weiss Staßfurt. In der laufenden Saison erzielte Retting in der Regionalliga für Köthen 200 Treffer und ist damit in der Regionalliga Nord der Viertbeste Torschütze. Weitere Gespräche mit anderen Spielern wurden geführt - es gibt allerdings noch nichts konkretes.


RE: Erster Neuzugang - RWS-Staßfurt - 24.04.2010

Es fehlen nur noch zwei Unterschriften, dann ist der Kader des HV Rot-Weiss Staßfurt für die neue Saison komplett. 13 Namen zählt das derzeitige Aufgebot, das der neuen Mitteldeutschen Oberliga entgegenfiebert. Zwei Spieltage vor dem Ende der Serie in den Regionalligen sieht es so aus, als müsste Staßfurt als Drittplatzierter der abgelaufenen Oberliga-Saison keine Aufstiegsrelegation bestreiten. Im Resultat der jüngsten Kader-Gespräche heißt es allerdings auch, Abschied zu nehmen von zwei Akteuren. Johannes Sternberg, erst im Winter vom SC Magdeburg nach Staßfurt gekommen, wurde nahegelegt, sich eine neue Perspektive zu suchen, in der er sich auch im Spielbetrieb weiterentwickeln kann. „An unseren beiden Linksaußen wird er nicht vorbeikommen“, hat ihm HV-Chef Patrick Schliwa erklärt. Die beiden Außen heißen Marco Richter und Sebastian Scholz, beide haben am Donnerstag unterschrieben. Die allerdings schwerste Entscheidung, die Schliwa treffen musste, traf dann Matthias Schröder. „Wir haben ihm mitgeteilt, dass wir über die Saison hinaus nicht mit ihm planen“, sagte der Vereinschef, bestätigte Schröder außerdem.
Damit endet eine siebenjährige Ära in Staßfurt, an Qualität hatte der 36-Jährige bis zur letzten Partie nicht verloren. Und sollte Rot-Weiss in die Relegation müssen, „bin ich mir sicher, dass Matthias auch für den Verein durchziehen wird“. Während die Entscheidung einige überrascht haben dürfte, hatte sich Schröder bereits in den vergangenen zwei Wochen darauf vorbereitet. „Ein Abschied tut immer weh“, sagte er zwar. Aber „ich hatte auch das eine oder andere Gerücht gehört“ zu seiner Zukunft. Schröder „blickt nach vorn“, er hat die ersten Kontakte zur neuen Zukunft bereits geknüpft. Es stellt sich nur die Frage, ob „ich noch ein Jahr als Spieler dranhänge oder mich auf die Trainerseite schlage“, immerhin „habe ich lange Zeit an meiner B-Lizenz gebastelt“.
Neben Sebastian Retting wird es indes eine zweite Rückkehr geben: David Stolze hat – allerdings nur für den Fall Mitteldeutsche Oberliga – seinen Kontrakt unterschrieben. Nach einem Jahr beim SV Langenweddingen steht er erneut vor einem Engagement bei den Rot-Weissen. Zudem haben die Staßfurter bereits die feste Zusage eines weiteren, regionalligaerfahrenen Akteurs, der sich jedoch bei seinem Team noch nicht verabschiedet hat, deshalb wollte Schliwa den konkreten Namen nicht nennen. Offen ist auch noch die Unterschrift von Jörg Friedrich. Trainingsauftakt zur neuen Serie ist am Freitag, 2. Juli.
Aktueller Kader: Sebastian Schliwa/Stefan Wiederhold im Tor – Volker Wartmann, Eike Rach, Steffen Halfpap, Martin Schröder (neu/SV Oebisfelde), Sebastian Scholz, Tobias Ortmann, Marco Richter, Oliver Jacobi, Sebastian Retting (neu/HG Köthen), Alexander Ernst, David Stolze (neu/SV Langenweddingen)

Staßfurter Volksstimme - D.Hübner


RE: Erster Neuzugang - Onkel Wolfgang - 23.05.2010

Nach dem sicheren Weggang von Peter Schramm und Daniel Luther vermeldet der HSV bislang einen Zugang. Von Lovosice, dem tschechischen Heimatverein von Ivo Havel, wird Radoslav Miler (Jahrgang 1986) den künftigen Viertligisten verstärken. Er erhielt zunächst einen Ein-Jahres-Vertrag mit Option auf ein weiteres Jahr. Er wird ebenso wie das Gros der bisherigen Mannschaft am 6. Juli in die neue Saison starten.

Auszug in der OTZ... http://www.otz.de


RE: Erster Neuzugang - Onkel Wolfgang - 01.06.2010

Interessantes über den neuen "ALTEN"

Sebastian Retting will in Staßfurt Verantwortung übernehmen – in Angriff wie Abwehr

1.MännerEr ist 1,98 Meter groß, er markierte in der vergangenen Saison 209 Tore für die HG 85 Köthen in der Handball-Regionalliga, Sebastian Retting ist immer noch der Shooter aus dem Rückraum, er sitzt immer noch ungern auf der Ersatzbank, und er spricht immer noch das aus, was der denkt. Manche würden deshalb sagen: Retting ist unbequem. Er selbst empfindet das vielleicht ebenso, dafür finden sich Beispiele, die wiederum bestätigen: Unbequem treibt Retting an.

Staßfurt. Sebastian Retting sitzt nicht aufrecht, sondern leicht nach vorn gebeugt und auf Augenhöhe mit seinem Gesprächspartner. Naturgemäß muss er im Stehen herabschauen auf sein Umfeld, aber er schaut dann nicht nur mit den Augen, er schaut mit dem gesamten Gesicht. Der Rückkehrer zum HV Rot-Weiss Staßfurt ist über die Dinge nicht erhaben, aber seine Stimme und Worte teilen Selbstbewusstsein mit – und eine gewonnene Reife. Er wäre nicht nach Staßfurt gekommen, wenn Staßfurt noch SV Concordia geheißen hätte. Andererseits hatte gerade Concordia Retting viel gegeben, "als ich aus Halle kam und eigentlich Niemand war". Damals, im Jahr 2004, war er 19 Jahre jung. Geholt hatte ihn Trainer Rainer Koch, und in Rettings Ansichten über Handball klingt immer noch viel Koch durch. Staßfurt war für ihn "eine Schule des Lebens". Jens Lingott, mit dem der gelernte Industriekaufmann noch aktiv auf der Platte stand und der heute dem Förderverein der Rot-Weissen vorsitzt, hatte ihm eingeimpft: "Box‘ dich durch, verfolge dein Ziel." Staßfurt hat Retting also geprägt. Jetzt, sagt er, ist es an der Zeit, Staßfurt etwas zurückzugeben.

Er hätte sich auch anders entscheiden können, Anhalt Bernburg war zum Beispiel ein Thema. Aber die beiden Jahre bei der HG 85 Köthen, 2008 hatte er Staßfurt verlassen, haben ihm gezeigt, dass Handball nicht alles ist, und dass Sport auf der Ebene Regionalliga nicht das Leben erfüllen muss. Retting spricht über seine Rückkehr von einer Vernunftentscheidung.

Den Traum vom Profihandball hat er eigentlich nur in den fünf Jahren an der Sportschule Halle gelebt, in Staßfurt hat er seinen Zivildienst absolviert, seine Ausbildung genossen, er hat seine berufliche Zukunft dort gefunden. Diese Sicherheit erfüllt ihn mit Stolz. Er muss nicht mehr weite Wege zum Training fahren, er hat in Staßfurt längst ein echtes Heimspiel, er kann sich mehr Zeit nehmen für die Familie, für die Eltern Kerstin und Matthias, selbst ehemalige leistungsbezogene Handballer, für die Schwester Christiane und natürlich für die Freundin Stefanie. Das Umfeld muss bei Retting stimmen.

Vor zwei Jahren indes fiel ihm die Entscheidung, Staßfurt zu verlassen, nicht schwer. "Bei Concordia war alles schlechter geworden, der Verein konnte auch kein Konzept mehr vorlegen." Konzepte, Planungssicherheit, die Erkennbarkeit eines Ziels, das erwartet Retting. Im April, als die Gespräche mit Rot-Weiss ins Detail gegangen waren, hat er im neuen Staßfurt all diese Dinge gefunden, vor allem aber hat er seine Rolle in der Mitteldeutschen Oberliga erkannt. Neben Volker Wartmann, Stefan Wiederhold und Christian Lingk wird er in der neuen Saison zu den Führungsspielern der Mannschaft gehören. Er wird und vor allem: Er will. "Das Spiel läuft über den Rückraum, dort werden alle Entscheidungen getroffen. Und ich bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen."

Die Zeit, da Sebastian Retting von seinen Fehlern negativ beeinflusst wurde, ist vorbei. "Wenn man kein Risiko gehen kann, braucht man auch nicht spielen", lautet seine Devise. In Köthen hat er sich erst unter Enrico Nefe, dann unter Heinz Prokop auf verschiedene Art und Weise weiterentwickelt, wenngleich es zwischen beiden Trainern und dem Hünen zu Differenzen gekommen war. Nefe hatte Retting sogar suspendiert, aber "wir waren wirklich eine gute Mannschaft, sie hat hinter mir gestanden". Der Vollstrecker kehrte deshalb zurück ins Team.

Allein ein Vollstrecker, trotz der gewonnenen Variabilität in seinen Würfen, will er nicht mehr sein. Sein neuer Trainer Jürgen Wartmann hatte bereits angekündigt, Volker Wartmann wieder mehr an den Kreis zu bringen. "Das freut mich, das hat mit Volker früher immer sehr gut funktioniert", erklärt Retting. Seine Verantwortung soll sich aber nicht nur auf den Angriff erstrecken, die will er auch in der Abwehr übernehmen. Da passt es gut, dass Wartmann ein Verfechter der 6-0 oder der 5-1 ist. Größenvorteile, wie sie Retting hat, sind dann wertvoll.

Sebastian Retting hat viele Erfahrungen und Lehren zu vermitteln. Akteure wie Alexander Ernst, wie Retting bevorzugt auf Rückraum links eingesetzt, können davon profitieren. "Wir sind auf jeder Position mit zwei Leuten gut besetzt", weiß der heute 25-Jährige. Trotzdem müsse sich Ernst nicht fürchten, völlig ins zweite Glied zu rücken. "Er darf nicht resignieren, die Spielanteile werden sich über die gesamte Saison verteilen. Das ist immer so." Auch das ist das Resultat eines Reifeprozesses: Mit Sebastian Rettings Rückkehr beginnt für Alexander Ernst wohl die Schule des Lebens. Und bequem ist diese nicht.