Wer kommt.... wer geht....
#22
Weiter ohne «Linken» auf halbrechts

VON MARCUS BRÄUER, 16.07.10, 18:12h, aktualisiert 16.07.10, 21:17h

WOLFEN/MZ. Siegfried Seidig lacht. "Ich wusste, dass die Frage kommen würde", reagiert der Präsident der HSG Wolfen amüsiert. Wie er es geschafft habe, Wolfgang Spitz trotz des Angebotes der HG 85 Köthen als Übungsleiter in Wolfen zu halten? "Viel musste ich da nicht tun. Wolfgang Spitz hat sich frühzeitig zur HSG bekannt." Der 57-jährige Diplomsportlehrer Spitz, der sich 2007 der HSG anschloss, erklärt es so: "Ich habe mich trotz eines lukrativ attraktiven Angebotes aus Köthen für die HSG entschieden, weil ich hier etwas aufbauen will." In Wolfen kann er seine Pläne voll umsetzen. Das Präsidium um Siegfried Seidig lässt ihm freie Hand. Zudem ist Spitz ein bodenständiger Mensch, der nicht Knall auf Fall dem Geld hinterher wechselt. Über 40 Jahre war er in Dessau aktiv, ehe er nach Wolfen kam. Noch einmal 40 Jahre werden es sicher nicht - aber die Entwicklung der jungen HSG-Mannschaft liegt ihm am Herzen.

Bisher zwei Neue

Der neue Kader ist im Vergleich zur Vorsaison nur auf zwei Positionen verändert. Für die Position am Kreis wurde Florian Schulz vom ThSV Eisenach II verpflichtet. Er ersetzt Christoph Falke, der in Göttingen auf die Polizeischule geht. Der 1,97 Meter große und 1990 geborene Schulz konnte in einem Probetraining überzeugen. Er wird
aber erst am 1. August zur Mannschaft stoßen. Im Juni wurde ihm eine Eisenplatte aus dem Fuß entfernt. Derzeit absolviert Schulz ein Reha-Programm. Mit Steve Müller konnte zudem ein neuer Torwart verpflichtet werden. Müller ist 1,96 Meter groß und passt mit seinen 22 Jahren nicht nur aufgrund des niedrigen Altersdurchschnitts zur HSG. "Er ist ein überragender Torhüter", schwärmt sein neuer Trainer, "an ihm waren mehrere Vereine, auch aus höheren Spielklassen, dran." Dass sich Müller, der von Concordia Delitzsch kommt, für Wolfen entschieden hat, liegt an den guten Kontakten zu Yve Schöneboom und Christoph Falke. Die hatten ihm immer wieder angeraten, zur HSG zu wechseln. "Wir haben daher schon während der vergangenen Saison regelmäßig Kontakt mit Steve gehabt", sagt Spitz. Der ehemalige Jugendnationalspieler sieht in Wolfen die besten Perspektiven, auf Einsatzzeiten zu kommen. Beim U 23-Junioren-Turnier in Hagen im Juni bewies Müller erstmals sein überragendes Talent für Wolfen. In dem Turnier mit mehreren Zweitligamannschaften wurde er zum besten Torhüter gewählt. Für ihn weichen musste Maik Wiese. Er hat sich Radis angeschlossen, einem Konkurrenten aus der Mitteldeutschen Oberliga.

Um optimal vorbereitet in die neue Spielzeit zu gehen, hat Spitz ein umfang- und abwechslungsreiches Paket geschnürt. Insgesamt absolviert die HSG drei Turniere und fünf Testspiele (siehe Hintergrund). Das erste Test-Turnier findet während des Trainingslagers im thüringischen Schlotheim vom 29. Juli bis 1. August statt. Alles ist auf das erste Spiel am 11. September gegen Elbflorenz Dresden ausgerichtet. Ein Spiel, das durchaus schon richtungweisenden Charakter haben kann. Neben dem LVB Leipzig, Oebisfelde, Bad Blankenburg und Staßfurt zählt Spitz Dresden zu den Topfavoriten um den Aufstieg. Nach dem ersten Spieltag könnte schon deutlich werden, ob Wolfen mit den Spitzenteams mithalten kann.

Einstelliger Tabellenplatz das Ziel

Seine eigene Mannschaft sieht der Trainer im breiten Mittelfeld positioniert: "Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz." Das vorsichtig formulierte Saisonziel ist dadurch begründet, dass Wolfen wie schon in den letzten Jahren ohne Linkshänder im halbrechten Rückraum auskommen muss. "Das schränkt uns in der taktischen Variabilität ein", erklärt Spitz, der dennoch mit einem guten Gefühl in die heiße Phase der Vorbereitung geht. "Die Mannschaft ist eingespielt und wurde punktuell verstärkt. Wenn alle fit bleiben werden wir für jede Mannschaft ein unangenehmer Gegner sein."

Gar nicht gut zu sprechen ist er auf die negative Stimmung, die im Umfeld der HSG wegen des Abstiegs aus der Regionalliga verbreitet wird. Auch der Präsident kann den Unmut einiger Anhänger nicht verstehen. "Für mich ist es kein Abstieg", so Siegfried Seidig, "es wurde mit der 3. Liga lediglich eine neue Spielklasse dazwischen geschoben. Wir spielen nach wie vor überregional." Für Wolfgang Spitz ist die Mitteldeutsche Oberliga "spielerisch auf dem gleichen Niveau wie die 3. Liga." Und durch die kürzeren Fahrtstrecken gewännen auch die Auswärtsspiele für die HSG-Fans an Attraktivität. Die Zuschauer werden sich über die Wertigkeit der Mitteldeutschen Oberliga wohl selbst ein Bild machen müssen. Mit guten Leistungen kann die HSG aber entscheidend zur Akzeptanz und Attraktivität der neuen Liga beitragen.

Quelle: HP Wolfen
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Wer kommt.... wer geht.... - von Onkel Wolfgang - 01.06.2010, 21:13
RE: Wer kommt.... wer geht.... - von theo - 01.06.2010, 22:40
RE: Wer kommt.... wer geht.... - von Betrachter - 02.06.2010, 09:20
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RE: Wer kommt.... wer geht.... - von NiWi79 - 02.09.2010, 16:09

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