HC Elbflorenz 2006
#1
Aufbruchsstimmung herrschte als der HC Elbflorenz 2006 e.V. im Februar 2006 gegründet wurde. Der Reiz etwas aufzubauen war groß. Der sich damals abzeichnende Stillstand in der Dresdner Handballszene nach dem finanziellen Scheitern des HC Dresdens im Jahr 2005 und das von ihm übrig gebliebene Spielrecht für die Oberliga Sachsen motivierte ein paar Handballenthusiasten dazu einen neuen Verein zu gründen.

Die Ziele waren klar. Es sollte ein Gefüge entstehen welches eine stete Basis für Leistungssport und damit überregionalen Handball in Dresden bietet.

Diejenigen Personen, die sich seither mit dem Aufbau des Vereins befassen, wurden von Anfang an von dem Gedanken geleitet einen seriös arbeitenden und für die Öffentlichkeit transparenten Sportverein auf die Beine zu stellen. Der HC Elbflorenz 2006 e.V. will den Handball-Sport in Dresden, die Jugend, die Trainer und Schiedsrichter fördern und ihnen ein sportliches, leistungsorientiertes zu Hause zu geben.
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#2
Herr Winselmann, Sie sind seit acht Wochen im Amt als HC-Trainer. Welchen Eindruck haben Sie von der Mannschaft?

Die Mannschaft ist bereit für die neue Liga, und sie wird dort eine gute Rolle spielen, ohne dass ich eine Platzierung voraussagen will.

Wie wurden Sie denn vom Team aufgenommen?

Sehr offen. Ich habe das Gefühl, dass mir die Mannschaft nach der kurzen Zeit sehr viel Vertrauen entgegenbringt. In der Zeit sind wir auch gut weitergekommen, was persönliche Kontakte anbetrifft.

In Einzelgesprächen?

Genau. Ich habe immer wieder mit einzelnen Spielern gesprochen. Das hat dazu beigetragen, dass wir ein ganz gutes Verhältnis zueinander gefunden haben.

Der Verband hat den offiziellen Start der Mitteldeutschen Oberliga ausgerechnet an das bisherige Handball-Niemandsland Dresden vergeben. Nimmt das Ihren Verein in die Pflicht?

Ich finde, es ist für den Verein eine sehr positive Geschichte, dass man sich entschieden hat, diese Eröffnung in Dresden zu machen. Natürlich ist der Verein in der Pflicht, einen vernünftigen Auftakt darzubieten. Diese Entscheidung wertet Dresden als Handballstandort auf.

Was erwarten Sie von der mitteldeutschen Oberliga, die die Verbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vereint?

Ich erwarte ein sportlich sehr hohes Niveau, was man so von einer Oberliga vielleicht bisher nicht kennt. Die Zuschauer können sich auf spannendere und hochklassigere Partien freuen. In den bisherigen Oberligen der drei Verbände waren die Unterschiede zwischen drei, vier Teams und dem Rest der Ligen in den vergangenen Jahren doch relativ groß. Das wird es in dem Maße nun nicht mehr geben.

Ist es für Sie als ehemaliger Weltklassespieler schwierig, ein unterklassiges Team zu trainieren, bei dem nicht jeder Ablauf stimmt?

Mittlerweile arbeite ich seit knapp zehn Jahren in dem Bereich Regional- und Oberliga. Man passt sich den Gegebenheiten an. Anfänglich war das schon ein Problem, aber mittlerweile ist das für mich ganz normaler Traineralltag.

Ihr Name besitzt im deutschen Handballsport einen ausgezeichneten Ruf. Ist da nicht jeder Gegner besonders motiviert, wenn es gegen die Winselmann-Truppe geht?

Das denke ich nicht. Ich glaube, dass meine Person eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Man muss ja auch sagen, dass in dieser Liga andere erfahrene Trainer aktiv sind. Ich bin mit meiner sportlichen Vergangenheit kein Einzelfall.

Sie wollten sich vorhin auf keine Platzierung festlegen. Aber ewig wollen Sie sicher in der neuen Oberliga nicht bleiben?

Darüber mache ich mir wirklich keine Gedanken. Ich habe sehr viel Spaß an meiner Arbeit. Und das ist unabhängig von der Liga, in der ich arbeite. Ich versuche mich immer weiterzuentwickeln und natürlich auch die Spieler und das Team. Der Verein verfolgt gewisse Zielstellungen, die vielleicht in diesem Jahr noch nicht lauten, in die Regionalliga aufzusteigen. Aber grundsätzlich wollen wir nicht stillstehen.

Sind für den Auftakt alle fit?

Nein, wir mussten in den letzten Wochen ein paar Rückschläge verkraften. Torhüter Maik Wagner braucht nach einer Knieoperation noch Zeit, Martin Kaiser und Kapitän Christian Ruben fallen ebenfalls aus. Daniel Schmidt, Martin Hrib und Florian Pfeiffer stehen nach Blessuren wieder im Training.

Was wissen Sie vom Auftaktgegner Wolfen?

Das ist eine sehr spielstarke Mannschaft, was aber für einen Regionalliga-Absteiger nicht überraschend ist. Wolfen wird zum Auftakt gleich eine Herausforderung für uns.

Das Gespräch führte Alexander Hiller.

Sa., 19Uhr (Ballspielhalle, Freiberger Arena): HC Elbflorenz – HSG Wolfen; Sa., 11 Uhr im Sachsenforum – Team-Präsentation

Quelle: Sz-online.de
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#3
HC Elbflorenz will in die Margon-Arena

Die Meisterschaft in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga der Männer ist zwei Spieltage vor Schluss entschieden. Der LVB Leipzig (41:7) führt die Tabelle mit fünf Zählern Vorsprung vor dem HC Elbflorenz (36:12) an. Die Dresdner, die am Sonnabend daheim den SV Oebisfelde mit 28:25 besiegten, haben damit nun auch Planungssicherheit für die kommende Spielzeit. HC-Präsident Wolfgang Bautz blickt voraus.

Herr Bautz, seit gestern ist Ihr Verein Tabellenzweiter. Geben Sie die Vizemeisterschaft noch aus der Hand?

Jetzt haben wir es in der Hand. Am 7. Mai steigt nun in Freiberg gegen den Tabellendritten das Endspiel um Platz zwei. Das letzte Heimspiel gegen Apolda werden wir dann am 14. Mai gegen Apolda in der Margon-Arena an der Bodenbacher Straße austragen, nicht wie gewohnt in der Ballspielhalle der Energieverbund-Arena.

Weshalb?

Wir wollen einfach die Atmosphäre in der Margon-Arena testen. Sie ist eine gute Ballsporthalle, daher haben wir uns dafür entschieden.

Die Arena wäre bei einem gelungenen Testlauf eine Alternative als Heimspiel-Standort?

Bei einem gelungenen Test ist das eine Alternative für mehr. Das ist auch unser Wille. Die Zuschauer, das Wohnumfeld ist einfach besser. Wir gucken mal, wie sich das dort entwickelt.

Wann wäre der Test denn gelungen?

Wenn wir erfolgreich spielen.

Und sicher einige Zuschauer mehr kommen?

Ja, definitiv. Darum geht es ja auch. Der Handball lebt nun mal auch vom Besucherinteresse. Wir haben ein festes Stammpublikum, aber viele sagen eben auch, die Energieverbundarena ist zu weit ab vom Schuss. Für den 14. Mai starten wir die Aktion: Einer zahlt, zwei kommen rein.

Ist an der Bodenbacher Straße noch Platz für die HC-Handballer? Immerhin spielen dort schon fest die DSC-Volleyballerinnen und Basketball-Drittligist Dresden Titans.

Es gibt sehr intensive Gespräche, wir müssen jetzt aber ohnehin erst mal den 14. Mai abwarten.

Leipzig hat den Titel sicher. Damit haben Sie nun auch Planungssicherheit, was die Ligenzugehörigkeit betrifft. Wie weit sind die Planungen für die kommende Spielzeit vorangeschritten?

Die sind mitten im Prozess. Das Teammanagement führte die ersten Gespräche, weitere folgen. Es wird Veränderungen geben, aber richtig ins Detail möchte ich da nicht gehen, weil wir als Vorstand nächste Woche noch mal mit dem Teammanagement sprechen.

Gesetzt den Fall, LVB Leipzig kann die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen Aufstieg nicht schaffen: Würde es der HC Elbflorenz packen – und auch packen wollen?

Wollen wollen wir immer. Dann ergäbe sich aber natürlich prinzipiell die Frage, dass man sich mit dem gesamten Sponsorenpool an einen Tisch setzen muss und darüber hinaus auch über den Tellerrand schauen muss, weil die Wirtschaftskraft in dem Punkt nicht reichen würde. Wir versuchen, weitere Partner für den HC Elbflorenz zu gewinnen, das ist aber ein sehr schwieriger Prozess.

Aber es steht weiter außer Frage, dass der HC Elbflorenz sich irgendwann nach oben orientieren möchte?

Das ist das erklärte Ziel, dass man nicht ewig in der Mitteldeutschen Oberliga spielen kann und will. Das ist eine unstrittige Sache. Wenn man sich den Verlauf der intensiven Saison anschaut, haben wir den einen oder anderen Punkt liegen lassen. sonst wäre es für Leipzig noch enger geworden.

Vor der Saison hat der HC einen Trainer mit einem sehr bekannten Namen geholt. Wie schätzen Sie die Arbeit von Holger Winselmann ein?

Er macht eine gute Arbeit, das hat sich der Vorstand einschließlich der Hauptsponsoren auch vom Teammanagement bestätigen lassen. Da sind gute Ansätze da. Man sieht die Handschrift von Herrn Winselmann, auch daran, wie er mit der Mannschaft umgeht. Das sportliche Ergebnis spricht auch für sich – eine Vizemeisterschaft, so wir sie denn hinbekommen, ist weiß Gott nicht schlecht.

Im Februar 2010 hat der Verein die 1. Männermannschaft wieder von der insolventen Spielbetriebs GmbH übernommen. Blieben Sie auf Altschulden sitzen?

Nein. Der Prozess mit der GmbH ist immer noch nicht abgeschlossen. Wir versuchten da noch einige Mal, Kontakt aufzunehmen, sind da bisher nicht weitergekommen. Wir streben nach wie vor eine saubere Lösung an. Reaktionen von der anderen Seite gab es nicht.

Aber der Verein musste plötzlich jede Menge Geld in die Hand nehmen, um die HC-Männer im Spielbetrieb zu halten.

Das ist richtig. Ohne die führende Unterstützung von Saegeling Medizintechnik Heidenau wäre das Projekt HC Elbflorenz nicht möglich – das muss man so deutlich sagen. Neben den vielen, vielen anderen treuen Sponsoren und Helfern. Das Engagement aller war bedeutend für uns.

Sie hätten die Mannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb nehmen müssen?

Sagen wir mal so: Es wäre sehr, sehr, sehr kompliziert geworden.

Können Sie die kommende Spielzeit mit dem gleichen Etat angehen?

Das ist angestrebt, mit der gleichen finanziellen Grundlage in die neue Saison zu gehen. Wir hoffen, dass sich da vielleicht auch Interesse für die Margon-Arena bezahlt macht.

Das Gespräch führte Alexander Hiller.

Quelle: HP SZ-online.de
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